Claudia Müller – Pollino NP, Italien II
July 30th, 2009 Posted in Southern Europe, UncategorizedOther Languages:
Vor Sonnenaufgang sind wir in den höheren Lagen unterwegs und ich versuche an den etwas leichter zugänglichen Standorten ab 1500m Bilder von den Pinus leucodermis, dem Wahrzeichen des NP zu machen. Oft ist das erste Licht das sich um die benachbarten Zweitausender schiebt schon recht hart, aber gelegentlich ziehen Wolkenbänder durch die Täler und steigen auf. Das sind die Momente in denen sich die Landschaft komplett verändert. Alle Formen werden aufgelöst, Konturen verschwinden im Nichts und tauchen Sekunden später wieder auf.
Die markanten Silhouetten der Pinien zeichnen sich völlig losgelöst vor einem weißen Nichts ab. Ich liebe es auf einem Feldgrat zu hocken und die sich ständig ändernde Szenerie zu beobachten, allein, nur den Wind und den eigenen Herzschlag im Ohr. Ist das Schauspiel vorbei, liegt ein unendlich blauer Himmel über der Landschaft.
Zeit für den Abstieg, bei dem ich mich als Flachländer nicht nur einmal fragte, wie ich überhaupt dahin gekommen bin. Aber beim Aufstieg hängt man sich vertrauensvoll an jeden Grashalm und jede Felsnase.
In den tieferen Lagen werden die Wiesen von abertausenden Tautropfen in eine funkelnde und glitzernde Zauberwelt verwandelt. Das ist mein Reich und mit dem Makroobjektiv streife ich durch das nasse Gras und fotografiere Ophrys, Orchis und manches klamme Insekt das sich an die Halme schmiegt. Irgendwann beginnen die Grillen und Zikaden ihr Konzert das im gleichen Grundthema bis tief in die Nacht erklingt.
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